Vom Mittelalter der Zünfte ins 21te Jahrhundert – Fotografengewerbe wird endlich ein freies Gewerbe

Das derzeit reglementierte Gewerbe des Fotografen soll ein freies Gewerbe ohne Meisterprüfung werden, so sieht es die neue Gewerberechtsnovelle vor.
Entfall des Befähigungsnachweises vor – Unterscheidung zwischen Presse- und Berufsfotograf wird hinfällig
Die Zugangsbeschränkungen zum Fotografengewerbe sollen nun endlich auch in Österreich fallen.
Der Entfall der Reglementierung für Berufsfotografen ist in der vorliegenden Novelle der Gewerbeordnung 1994 enthalten, die noch bis 18. Mai zur Begutachtung aufliegt.
Hierbei ist Österreich einzigartig, den weltweit ist das Fotografengewerbe ein freies Gewerbe nur in Österreich derweil noch immer reglementiert.

Damit würde auch die Unterscheidung zwischen Berufsfotografen- und Pressefotografengewerbe wegfallen. Pressefotografen werden künftig das Gleiche tun können, wie Berufsfotografen, und ihre Fotos etwa auch außerhalb der medialen Berichterstattung verkaufen dürfen. Dies ist bisher verboten.

Die Bundesinnung der Fotografen mit ihren 3.000 Mitgliedern (davon immerhin mehr als die Hälfte Pressefotografen), stehe der Öffnung laut Zeitungsberichten kritisch gegenüber und fürchtet einen Preis- und Qualitätsverlust sowie ein Ende der Lehrlingsausbildung. Hier versucht eine Minderheit von Meisterfotografen die eigene Innung dazu zu missbrauchen der Mehrheit der Pressefotografen ihren Willen aufzuzwingen, heißt daher die Kammerbeiträge der Pressefotografen wird genutzt um gegen Selbige sich zu wehren.

Laut EU Recht, dem EMR aber auch österr. Recht dürfte es diese Reglementierung gar nicht mehr geben, den auch Deutschland hat diesen Rechtsmissstand 2006 erkannt und als eines der letzten EU Staaten (ausgenommen eben Österreich) abgeschafft. Den die EU Richtlinie 2006/123/EG (Passus 54) erläutert ganz genau wann ein Gewerbe reglementiert werden darf
“Die Reglementierung eines Gewerbes ist nur dann rechtfertigbar, wenn die Ausübung des Gewerbes mit Gefahren für die Gesundheit oder die Sicherheit verbunden ist oder der Befähigungsnachweis für den Schutz der Kunden vor Vermögensschäden erforderlich ist”, heißt es in den Erläuterungen zur

Digitale Fotografie

Das ist offensichtlich nicht mehr der Fall, denn weiter heißt es: “Für die Ausübung der analogen Fotografie waren noch bestimmte Fähigkeiten und Kenntnisse notwendig, um korrekt entwickelte Abzüge mit Hilfe von Chemikalien auf Fotopapier bringen zu können. Dies trifft auf die mittlerweile umfassend verbreitete Technologie der digitalen Fotografie nicht mehr zu. Die Herstellung von (guten) Bildern und ihre Verbreitung ist daher auch technisch nicht mit hohen Anforderungen mehr verbunden.”

Schon derzeit sei die Pressefotografie ein freies Gewerbe, welches von rund 1.500 gewerblich tätigen Pressefotografen ohne das Erfordernis eines Befähigungsnachweises erfolgreich ausgeübt werde, obwohl es in handwerklicher Hinsicht keinen Unterschied bedeute, ob ein Fotograf für einen Medienverlag oder einen sonstigen Kunden tätig sei. “Ein Festhalten am Befähigungsnachweis der Berufsfotografen ist vor diesem Hintergrund nicht mehr sachlich zu begründen”, heißt es in den Erläuterungen.

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Ing. Dietmar Schmidt


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